Während andere Städte ihren Regenfall in Millimeter ausdrücken ist diese Einheit für den vielen Regenfall in Franz Josef Town viel zu klein. In Franz Josef regnet es ständig! Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass wir die ersten 3 Tage, die wir bei den Gletschern verbracht haben mit Dauerregen bestraft wurden. Doch der Wetterbericht versprach einen Sonnentag zwischen „heavy rain increasing“ und „thundery rain developing“. Unsere Tage verbrachten wir vor allem mit warten und hoffen, dass dieses eine mal der Wetterbericht die Wahrheit sagen würde. Aus Angst, dass die begehrten Touren über den Gletscher aufgrund der Wettervorhersage ausgebucht sein könnten, haben wir uns also kurzerhand entschlossen: am Sonntag, den 30. März machen wir eine Tagestour auf den Gletscher. Tagestour bedeutet: 9Uhr am Treffpunkt zur Ausgabe von Regenjacke, Steigeisen, Mütze etc..; dann mit dem Bus zum Gletscherparkplatz, von dort ca. 1 Std. bis zum Gletscher laufen, 5-6 Std. auf dem Eis und wieder zurück zum Parkplatz.
Am besagten Tag (das Wetter sah viel versprechend aus) waren wir also zum vereinbarten Zeitpunkt bei Franz Josef Guiding Tours ebenso wir ca. 50 andere Leute. Nachdem jeder ein passendes Paar Wanderschuhe (noch nass vom Vorgänger), Steigeisen usw. verpasst bekommen hat ging es also gegen 10 Uhr in den Bus, durch die Endmoräne (das hab ich doch schon mal in der Schule gehört; was war das nochmal?), bis zur Gletscherzunge wo wir in 5 Gruppen aufgeteilt wurden und jetzt endlich die super professionell aussehenden Steigeisen an die Füße schnallen durften. Wer hätte gedacht, dass Gletscher wandern mit so viel Treppensteigen verbunden ist? Immer wieder hackte unser Guide neue Stufen und bespritzte damit alle hinter ihm stehende mit kleinen Eisstücken.
Da sich der Gletscher ständig ändert (denn er bewegt sich doch!) kann man vorher nicht sagen, was man sehen wird. Wir hatten Glück und konnten eine Eishöhle sehen durch die wir mit viel Mühe durch gekrabbelt sind. Manchmal entstehen auch Swimmingpools im Eis, enge Spalten durch die man sich seitwärts durchschiebt oder kleine Schluchten, die man runterrutschen kann. Fantastisch ist, dass hinter jeder Ecke das Eis völlig anders aussieht. Je höher man kommt wird das Eis zudem sauberer und blauer. Und das Beste: während des gesamten Tages trafen uns zwar viele nasse, kalte Eisspritzer aber kein einziger Regentropfen!
Montag, 31. März 2008
Und er bewegt sich doch