Donnerstag, 24. April 2008

Ein Ausflug in die Alpen


Von der Küste ging es nun in die Alpen. Ganz nach Vorbild von Sir Edmund Hillary wollten wir wieder eine große Wanderung unternehmen. Das Ziel unserer Wanderung sollte nach veranschlagten 4 Stunden das Mueller Hut sein. Eine Hütte auf dem Mount Ollivier von wo man einen wunderbaren Blick auf einige Gletscher und Mount Cook hat. Dort wollten wir übernachten und am nächsten Morgen wieder hinunter wandern. Wir hatten viel Glück, es war strahlenster Sonnenschein und zudem war der sehr beliebte Wanderweg an diesem Tag nicht sehr beliebt. Am Mueller Hut angekommen hatten wir die Hütte sogar ganz für uns allein. Die Wanderung selber war anstrengend aber trotzdem schön. Je höher man kam desto besser wurde die Aussicht auf die Southern Alps und auf Aoraki (Mount Cook). Wir waren sogar so fasziniert, dass wir zum Sonnenaufgang aufgestanden sind. Mit dazu beigetragen hat allerdings auch das Wetter, dass uns vor Kälte bibbernd aus unseren Schlafsäcken trieb. Mount Ollivier war übrigens der erste Berg, den Sir Edmund Hillary bestieg. Ob wir noch eine große Bergwanderkarriere vor uns haben???

Mittwoch, 23. April 2008

Sonnenuntergang, Pinguine und wir


Von Dunedin machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Unser nächstes großes Ziel war Mount Cook, auf dem Weg liegen jedoch die Moeraki Boulders, eine Touristenattraktion, die wir natürlich nicht verpassen wollten. Wir hatten ein bisschen Pech, denn es war Flut und die Moeraki Boulders (große Steinkugeln, die es nur an diesem Strand und sonst nirgends auf der Welt gibt) waren teilweise gar nicht zu sehen. Unser für den Abend ausgesuchtes Hostel war jedoch nicht weit entfernt, und so beschlossen wir am nächsten Tag noch einmal bei Ebbe hinzufahren. Unser „Hostelvater“ hat uns sehr nett empfangen und uns den Tipp gegeben an einen nahe gelegenen Strand zu fahren, wenn wir Pinguine sehen wollten. Aha, Pinguine ... sollten wir sie tatsächlich noch zu Gesicht bekommen? Ja, wir sollten. Als wir so die Küste entlang liefen und in der Ferne nach den seltenen Gelbaugenpinguinen Ausschau hielten, wären wir fast auf einen drauf getreten. Plötzlich standen sie da, nur ein paar Meter von uns entfernt und starrten uns an als hätten sie die ganze Zeit auf uns gewartet. Wir starrten zurück! Es war super, der Sonnenuntergang, die lang ersehnten Pinguine und nur wir allein und sonst kein Mensch weit und breit. Hurra, so haben wir uns Neuseeland vorgestellt!

Sonntag, 20. April 2008

das Edinburgh des Südens


Im Gegensatz zu dem ebenfalls schottischen Invercargill hat uns Dunedin (übrigens Daniden ausgesprochen) tausendmal besser gefallen. Überall stehen prachtvolle Kirchen, es gibt einen wunderschönen alten Bahnhof, tausende Sushiläden und nicht zu vergessen, die steilste Straße der Welt. Zudem hat sich auch das Wetter dramatisch gebessert. Plötzlich konnte man wieder in T-Shirt auf die Straße gehen ohne Angst zu haben in den nächsten Sekunden bricht ein Eissturm los. Das schöne Wetter haben wir genutzt, um einen Ausflug auf die Otago Peninsula zu machen, wo es vor allem auch wieder viele Tiere gibt. Doch auch hier bekamen wir keine Pinguine zu Gesicht, statt dessen Seelöwen und Albatrosse.

Mittwoch, 16. April 2008

Seals, Dolphins, Penguins und Tobi


Nachdem wir den Milford Sound verlassen haben, hat es uns für ein paar Tage nach Invercargill verschlagen, um Wäsche zu waschen und ein paar Tage gar nichts zu machen. Es stellte sich heraus, dass man in Invercargill tatsächlich nicht sehr viel machen kann ausser einen Chai Tea Latte im südlichsten Starbucks der Welt zu trinken. Von dort ging es dann in die Catlins, einem Gebiet, dass vor allem viel Küste und Strand hat und viele Tiere beherbergt, so z.B. Delfine, Pinguine und Seehunde. Delfine und Pinguine haben sich uns leider nicht gezeigt. Dafür sind wir an einem Strand auf zwei Seehunde gestoßen, die wir offensichtlich bei ihrem Sonnenbad gestört haben. Die Catlins hätten noch viel schöner sein können, hätten wir nicht schreckliches April-Wetter gehabt (Sonne, Regen, Hagel im zehnminütigem Wechsel) und einen Tobi mit Liebeskummer, der ständig animiert werden musste, aus dem Auto zu steigen um nicht in Selbstmitleid zu zerfließen.

Sonntag, 13. April 2008

Wir haben Zuwachs bekommen


Nachdem wir so viel „Stadtleben“ hatten in den letzten Tagen, freuten wir uns mal wieder auf etwas Natur. Unser nächster Stop sollte das Fjordland sein. Seit Queenstown sind wir zu dritt unterwegs. Tobias, den wir schon in Nelson und nochmal in Greymouth getroffen hatten, suchte eine Mitfahrgelegenheit und wir hatten nach unseren Shopping-Eskapaden noch ein wenig Platz im Auto.

Das Fjordland zeichnet sich vor allem durch viel Wasser, hohe Berge und die gemeinen Sandflies aus. Sandflies sind, wie der Name schon sagt, kleine Fliegen, die einen beißen und gemein juckende Stiche hinterlassen. Zum Glück hab ich (Inga) ein gutes Insektenmittel dabei, nämlich Steffen. Wenn er in der Nähe ist, kann ich fast unbeschadet in einem Sandflyschwarm stehen, während Steffen von den Biestern bei lebendigem Leib aufgefressen wird. Trotz dieser Gefahren darf man den Milford Sound nicht verpassen. Allein die Straße zu diesem Fjord ist wunderschön und wenn man Glück hat, so wie wir, sieht man auch Keas. Diese Papageien sind sehr neugierig und fressen, wenn man nicht aufpasst, die Scheibenwischer und Gummidichtungen am Auto auf. Für Wandersleut, wie wir es ja inzwischen sind, gibt es auf der Stecke auch viele Tracks, die erkundet werden wollen und als krönenden Abschluss macht man dann am besten eine Bootstour im Milford Sound, denn wer den Milford Sound nicht kennt, der hat Neuseeland verpennt!

Mittwoch, 9. April 2008

Allein unter Geistern


Unsere erste Zwei-Tages- Wanderung; also unser erstes Abenteuer (mit Draußen schlafen ohne Dusche und so) führte uns nach Macetown, einer Goldgräber- Geisterstadt. Gestartet wurde von Arrowtown einer schönen Kleinstadt mit erhaltenen Gebäuden aus dem 19. Jhd, ebenfalls entstanden durch den Goldrausch. Laut unserem Reiseführer sollte uns der Wanderweg 3 Stunden an dem Arrow River entlang und auch hindurch führen bis wir das verlassene 200 Seelen Kaff erreichen. Voller guter Dinge sowie zwei Rucksäcken voll Proviant, einem Zelt, Isomatten, Schlafsäcken und natürlich unser neues Travel-Handtuch und Camelback ging es also los. Die ersten zwei Stunden verliefen super, keine Flußdurchquerung in Sicht nur wurden leider die Rucksäcke immer schwerer und der Weg wollte irgendwie kein Ende nehmen. Es sollte doch schließlich nur noch eine Stunde länger zu wandern sein!?! Die zu durchquerenden Flußstellen kamen dann doch, an manchen Streckenteilen lohnte es sich kaum die Schuhe wieder anzuziehen. Aus den angekündigten 3 Stunden wurden letztenendes 5 aber wir haben es geschafft und der Lohn unserer Wanderung war: Ganz allein in einer verlassenen Geisterstadt. Nagut, zugegeben, dass klingt im ersten Moment für den ein oder anderen nicht so toll aber für uns war es ein tolles Abenteuer. Wir sind um 19 Uhr schlafen gegangen, weil es dunkel wurde, haben den tollen Sternenhimmel bewundert und Steffen hat auf (Geister-)Stimmen in der Dunkelheit gehorcht. Es wäre noch schöner gewesen wäre es in der Nacht nicht so bitterkalt gewesen und hätten wir den ganzen Weg nicht wieder zurück gehen müssen. Aber ich schätze das gehört dazu bei einer Zwei-Tages-Wanderung, dass man den zweiten Tag auch noch wandert.

Sonntag, 6. April 2008

Das 174 Dollar Schnäppchen


Queenstown ist die Abenteuersport- Metropole und die Bungy-Jumping-Hauptstadt der Welt. Was also tun, wenn man für Bungy-Jumping zu feige ist, für Rafting das Wasser zu kalt ist, für Canyoning zu viel Höhenangst hat, Jetboating zu teuer ist, River Surfing und Whitewater Sleding zu gefährlich, Sky-diving zu waghalsig und Mounain biking zu anstrengend ist? Bleibt wohl nur noch eines, was man in Queenstown noch gut machen kann: Shopping! Wir sind inzwischen perfekt ausgestattet fürs Outdooring, denn Kathmandu, die hiesige Globetrotter-Kette, hatte einen Easter Sale und bis zu 60% reduziert. Da kam selbst Steffen ins Shopping-Fieber. Eine Verkäuferin fragte uns: „Do you find everything you need? Or do you find a lot you don't need?“ Und das beschreibt es genau. Inzwischen sind wir stolze Besitzer eines Trecking Handtuches, einer Camping-Wäscheleine, einer neuen Outdoor Hose für Steffen, ein ultra dünnes aber super warmes Merino Oberteil für Inga, für jeden ein paar Wandersocken und ein sogenanntes Camelbag, um den Wassertransport beim Wandern zu vereinfachen. Morgen sind wir noch einen Tag in Queenstown bevor wir weiterfahren und wir wissen auch schon was wir hier noch anschauen wollen...es gab diesen kuschlig warmen Schlafsack der so günstig war und vielleicht können wir auch noch einen Campingkocher gebrauchen...man weiß ja nie.

Freitag, 4. April 2008

Bergsteigen für Wanderprofis


Das Städtchen Wanaka ist die kleine Schwester von Queenstown. Auch hier kann man viele Funsportarten betreiben, Skifahren im Winter und es liegt, wie Queenstown, idyllisch an einem See, umgeben von Bergen. Im Reiseführer steht, die beste Aussicht auf die ganze Region genießt man von Mt. Roy und da Wanderungen zu Neuseeland gehören wie Stulle aufs Brot haben wir uns auf den Weg begeben, einen 1.578 m hohen Berg zu besteigen. Zuerst haben wir uns nicht viel dabei gedacht (sind schließlich schon Wanderprofis) aber nachdem wir 3 Stunden steil bergauf gelaufen sind und das Ziel immer noch in unerreichbarer Ferne zu sein schien, machten wir uns doch langsam Sorgen. Werden wir jemals den Gipfel erreichen? Wollen wir überhaupt noch den blöden Gipfel erreichen? Man wird ein bisschen ehrgeiziger, wenn man von 20 Leuten überholt wird und schließlich waren wir ja auch schon so weit gekommen. Nach gefühlten 12 Stunden waren wir endlich oben angekommen und konnten stolz auf Wanaka hinabblicken. Jetzt blieb nur noch ein paar Fotos zu schießen, sich wieder runter zu quälen und das wohl verdiente Abendbrot zu essen. Aber nicht Stulle mit Brot!